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Erinnerung an den Tag der Befreiung

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ERINNERUNG AN DEN TAG DER BEFREIUNG

resistenza (1)Der 25. April 2015 war der 70. Jahrestag der Befreiung Italiens vom Nazifaschismus. Und jedes Jahr zelebriert die italienische Gemeinschaft das auch hier in Berlin mit verschiedenen Veranstaltungen und Feiern. Zum Beispiel hat zusammen mit dem italienischen Il Kino in Kreuzberg die Fraktion des Partito Democratico Berlin eine Kinovorführung über den italienischen Widerstand organisiert. Zusammen haben wir zwei historische Dokumentarfilme über die diesbezüglichen Erfahrungen gesehen und besprochen. Der erste war Non ci è stato regalato niente, auf Deutsch Geschenkt wurde uns nichts: ein Dokumentarfilm über die Frauen im Widerstand, in Emilia Romagna. Dieser wurde von einem deutschen Regisseur realisiert und ist eine sehr interessante Reportage über das Leben von Annita „Laila” Malavasi, Pierina „Iva” Bonilauri und Gina „Sonia” Moncigoli. Der zweite Film war Bere per dimenticare, von Michele Calabresi, Patrick Heeren und Carla Molino. Hierin wird erklärt, wie mit den Jahren die Erinnerung der Italiener an den Widerstand immer schwächer wird. Der Titel ist ein Wortspiel mit Bezug auf die Tatsache, dass in Italien Weine mit den Gesichtern Hitlers und Mussolinis verkauft werden, die ironischerweise den Faschismus vergessen lassen.

Als eine weitere wichtige Veranstaltung hat die italienische Botschaft zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Treuenbrietzen am 26. April 2015 eine Gedenkfeier zu den Massakern von Nichel bei Treuenbrietzen organisiert. Die Geschichte dieser Massaker ist dort und auch hier in Berlin den Deutschen sowie den Italienern kaum bekannt. Aber es ist ein wichtiger Gedenktag für unsere Gemeinschaft geworden. Vor wenigen Jahren ist aufgrund der Forschung von Gianfranco Ceccanei und Bodo Förster die Geschichte von 127 italienischen Militärinternierten, die von Nazis erschossen wurden, entdeckt worden. Drei von ihnen haben dieses Nazimassaker überlebt. Der letzte Überlebende  ist der einundneunzigjährige Antonio Ceseri aus Florenz. Am 21. April 2015 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Treuenbrietzen verliehen.

Ceseri hatte im Januar 2015 bereits ein Interview für die Internetpräsenz der Toskana gegeben, in dem er von seinen Erfahrungen im zweiten Weltkrieg gesprochen hat. Nun sprach vor ungefähr 200 Menschen aus Italien, Berlin und Treuenbrietzen, deutschen und italienischen Schülerinnen und Schülern, Diplomaten und Bürgern über seine Geschichte. Mit Ironie, aber auch mit viel Ergriffenheit.

Nachdem er am 8. September 1943 von den Nazis verhaftet wurde, war er für anderthalb Jahre in einem Arbeitslager zusammen mit weiteren 150 italienischen Militärs und Zivilisten aus verschiedenen Ländern, bis am 23. April 1945 die Sowjetische Armee kam. Aber bevor die Russen das Lager befreien konnten, brachten die Nazis alle italienischen Militärinternierten in eine Grube: „Drei- bis vierhundert Nazis waren vor uns, sie waren alle sehr gut bewaffnet. Sie wollten uns weg von dem Lager bringen. Wir sind zwei Tage zu Fuß marschiert, bis zu einer Grube. Und oben waren ungefähr 40 Militärs. Dann fingen sie an, uns mit Maschinengewehren zu erschießen”, erklärt Ceseri. Viele von den anderen Jungen fielen auf ihn hinunter und begruben ihn. Die Nazis vergruben die Körper und auch Ceseri war unter ihnen, aber: „Die Erde war leicht. Es hatte geregnet. Deswegen konnte ich graben und Luft kriegen“.

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Antonio Ceseri

Er war bis zum Morgen danach dort unten. Als alles ruhig war, konnte er aufstehen. Drei andere waren noch am Leben und sie konnten zusammen fliehen. Aber 127 Italiener haben dort auf brutale Weise ihr Leben verloren.

Diese Geschichte stellt uns vor die Fragen: Hat es noch Sinn, über den Widerstand zu sprechen? Hat es noch Sinn, über die Entsetzlichkeiten des Krieges zu sprechen? Ja, das hat noch Sinn!

Was unsere Großmütter und Großväter errungen haben, besitzt keine Garantie auf Dauerhaftigkeit: Freiheit und Demokratie können wir wieder verlieren. Wie es der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella gesagt hat: „Demokratie muss kultiviert werden“. Das können die BerlinerInnen sehr gut verstehen, weil der Mauerfall sich vor nicht langer Zeit ereignete. Viele Menschen hier wissen gut, was „Befreiung“  bedeutet und was die Freiheit als Gefühl ist. Piero Calamandrei, Partisane und einer der Verfassungsväter Italiens, hat über den Faschismus geschrieben, dass dieser ein Versuch war, Menschen auf Dinge zu reduzieren und der Widerstand die Ablehnung dieser Menschen war, auf Dinge reduziert zu werden, um Menschen zu bleiben. Das bedeutet, unsere Menschlichkeit zu bewahren.

Diese Definition ist nicht nur gültig für den Faschismus der Vergangenheit, sondern für jegliche Unterdrückung bis in unsere heutigen Tage hinein. Vielerorts gibt es Kriege, Massaker und Gewalt. Tausende Menschen sterben noch aufgrund ihrer Religion oder ihrer politischen Meinung. Wenn sie nicht ermordet werden, werden sie womöglich verhaftet oder gefoltert. Alles passiert unter unserem machtlosen Blick.

Wir müssen an die aktuelle Situation denken. Zum Beispiel, was sich besonders in letzter Zeit im Mittelmeer zugetragen hat: Die Migranten und die Flüchtlinge sind die neuen Fremden und Feinde. Wo ist unsere Menschlichkeit? Wo sind unsere Werte? Wir brauchen einen neuen Widerstand gegen die Indifferenz, die Intoleranz und den Hass.

Das bedeutet Widerstand heute. Das bedeutet es, den Tag der Befreiung zu feiern: Unsere Vergangenheit und unsere kollektiven Erfahrungen nicht zu vergessen, um weiter gemeinsam die Welt zu verbessern.

(Unter Mithilfe von Stefan Zimmer)

 

 

 

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LA CELEBRAZIONE DELLA FESTA DELLA LIBERAZIONE

resistenza (1)Il 25 Aprile 2015 è stato il 70esimo Anniversario della Liberazione italiana dal nazifascismo. E come tutti gli anni, anche la comunità degli italiani a Berlino celebra l’occasione con diverse attività ed eventi. Per esempio, quest’anno il Circolo PD di Berlino ha organizzato, assieme al cinema italiano Il Kino nel quartiere Kreuzberg, una presentazione con una discussione di due documentari storici dedicati alla Resistenza. Il primo documentario si intitolava Non ci è stato regalato niente, visionato nella versione tedesca Geschenkt wurde uns nichts. Un documentario dedicato alle donne della Resistenza. Le protagoniste del documentario erano tre partigiane emiliane: AnnitaLaila” Malavasi, Pierina “Iva” Bonilauri e Gina “Sonia” Moncigoli. Il secondo documentario si intitolava, invece, Bere per dimenticare, di Michele Calabresi, Patrick Heeren e Carla Molino, in cui si racconta come gli italiani abbiano, nel tempo, cambiato la loro idea di celebrazione della liberazione. Il titolo è un gioco di parole: in Italia, o in alcune aree d’Italia, vengono vendute bottiglie con le effigi di Hitler e Mussolini, e dunque da qui l’idea degli autori: bere, lasciando così che quella memoria venga in qualche modo ed ironicamente lasciata svanire.

Un’altra importante manifestazione, invece, è stata celebrata il 26 Aprile su iniziativa dell’Ambasciata italiana di Berlino assieme alla cittadina tedesca di Treuenbrietzen, nel Brandeburgo. La celebrazione è dedicata ad un massacro, sconosciuto sia agli italiani che ai tedeschi, compresi qui a Berlino. La storia di questo massacro è stata scoperta a seguito degli studi di uno storico italiano che vive a Berlino ormai da quarant’anni, Gianfranco Ceccanei, oltre che uno storico tedesco, Bodo Förster. Il 23 Aprile 1945 furono massacrati dai nazisti 127 militari italiani, internati assieme a molti altri civili. Tre dei nostri militari riuscirono a sopravvivere a quel massacro. E in quest’appuntamento proprio l’ultimo dei sopravvissuti, Antonio Ceseri, un 91enne fiorentino, era l’ospite d’onore. Per l’occasione ha ricevuto persino la cittadinanza onoraria della cittadina tedesca, su consegna del Sindaco.

Ceseri ha rilasciato una struggente intervista già agli inizi del 2015 alla Regione Toscana e il 26 Aprile si è trovato a ripetere quella storia davanti a quasi 200 persone: italiani e tedeschi, scolaresche provenienti dall’Italia e da alcuni licei berlinesi. Erano presenti anche molte autorità: diplomatici e militari, l’ambasciatore italiano a Berlino e naturalmente i politici locali. Con ironia, ma anche con tanta commozione, ci ha raccontato la sua storia.

Dopo l’8 Settembre 1943, i nazisti fecero prigionieri oltre 150 militari italiani del gruppo di Ceseri. Viaggiarono a piedi in lungo e in largo, poi furono caricati e stipati in carrozze di treno per raggiungere il campo di concentramento nel Brandeburgo, dove rimasero per un anno e mezzo, fino a quando l’armata rossa non liberò la Germania del Nord. Ceseri ha gli occhi lucidi, si commuove mentre ci racconta questa storia. Ci dice che vi furono degli spari ed un combattimento tra russi e nazisti. In un primo momento i russi avanzarono, poi i nazisti tornarono per spostare i prigionieri: <<erano 300 o 400 nazisti, tutti molto ben armati. Ci erano venuti a prelevare dal Campo di prigionia. Per due giorni abbiamo camminato a piedi e chi non resisteva veniva ucciso all’istante. Abbiamo raggiunto una sorta di cava. Sopra di noi c’erano almeno 40 militari. Poi cominciarono a far fuoco, contro di noi>>.

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Antonio Ceseri

Molti degli altri soldati e giovani caddero morti. Antonio Ceseri si trovò sommerso dai corpi dei propri compagni e, in quell’istante, si salvò. I nazisti decisero di coprire i corpi con la terra e poi andarono via. Ceseri racconta: <<la terra era soffice, aveva piovuto e potei scavare, farmi spazio per respirare>>. Rimase in quella situazione fino alla mattina seguente, quando tutto era ormai silenzioso. Poté così uscire allo scoperto. Dei 130 militari italiani che erano rimasti, solo lui ed altri due sopravvissero.

Questa storia, tra le altre, ci pone delle domande: ha ancora senso, oggi, parlare della Resistenza? Ha ancora senso, oggi, discutere degli orrori della guerra? Sono passati così tanti anni, che alcuni si dicono che questo non li riguarda più. Sì, ha ancora senso parlarne!

Quello che i nostri nonni e le nostre nonne hanno ottenuto, con tanti sacrifici, non ci è stato dato una volta per tutte: la libertà e la democrazia possono essere ancora perdute. Lo ha detto bene il Presidente della Repubblica, Sergio Mattarella: <<La democrazia va coltivata>>. E questo lo possono capire molto chiaramente i berlinesi e le berlinesi. Dopotutto la caduta del Muro non è cosa antica, sono passati appena 25 anni come ricordavo in un precedente articolo. Tanta gente, qui, può ancora comprendere il senso profondo del concetto di “liberazione”. E che cosa la libertà significhi, che tipo di emozione sia. Piero Calamandrei, partigiano e padre costituente, ha descritto l’oppressione fascista come un tentativo di rendere l’uomo “cosa” e la Resistenza come l’opposizione forte a questa deriva, una lotta per mantenere la propria umanità, essere uomini. Questa definizione non è applicabile soltanto al fascismo di quel periodo. Possiamo pensare a questa descrizione per tutte le forme di oppressione esistenti ed oggi, purtroppo, ce ne sono ancora tante. Un po’ ovunque, nel mondo, si combattono guerre: vi è sfruttamento e violenza. Migliaia di persone innocenti perdono la vita a causa del proprio credo religioso o politico. E quelli che non vengono uccisi, vengono imprigionati e torturati. E tutto ciò accade sotto il nostro sguardo impotente.

Abbiamo una storia a cui guardare, eppure cosa abbiamo imparato? Dobbiamo pensare alla situazione attuale: per esempio, quello che sta accadendo in questi ultimi anni nel Mediterraneo. I migranti ed i richiedenti asilo oggi sono diventati il nostro nemico, lo straniero pericoloso. Dov’è finita la nostra umanità? Dove sono finiti i nostri valori? Quelli conquistati con il sangue, nelle storie del passato. Nelle storie di gente come Ceseri? Abbiamo bisogno di una nuova Resistenza, contro l’indifferenza, l’intolleranza e l’odio.

Tutto ciò è per me, oggi, la “Resistenza”. Questo è il significato della celebrazione del giorno della Liberazione, in Italia come in Germania. Il nostro passato e le nostre esperienze collettive non devono essere dimenticate. Abbiamo questo compito, per rendere il mondo un posto migliore.

(Un ringraziamento a Stefan Zimmer per la revisione dell’articolo in lingua tedesca)

 

 

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About Federico Quadrelli

COLLABORATORE | Classe 1986, di origini toscane. E' laureato in Sociologia e Ricerca Sociale. Ha collaborato con Unicef Milano come membro del gruppo organizzativo per i corsi universitari fino al 2011. Dal 2010 è socio di ECPAT Onlus, organizzazione per la tutela dei diritti dei minori e per la lotta alla pedopornografia. Ha creato e gestisce una Pagina Facebook dedicata alla Sociologia con oltre 20mila iscritti da tutto il mondo e un blog associato alla pagina. Dal 2012 vive a Berlino. I suoi interessi sono rivolti alla tutela dei diritti umani, alla cooperazione internazionale e allo studio delle dinamiche politiche. Dal Novembre 2013 è Presidente del Circolo PD di Berlino.

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